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KLASSIK: FOUR (The Creation)

Ulrike Mayer-Spohn: Blockflöten, Elektronik, Komposition
Javier Hagen:
Tenor, Countertenor, Elektronik, Komposition
Simon Wunderlich:
Bühne und Licht
Wolfgang Beuschel:
oeil extérieur
Gisela-Ethaner Schelble:
Texte

UMS 'n JIP gehört zu den ungewöhnlichsten Schweizer Ensembles für Neue Musik der Gegenwart und mit über 70 Konzerten und über 10 Werkaufträgen/Jahr zu den aktivsten ihrer Art weltweit: Mit Stimme, Blockflöte und Elektronik arbeiten sie konsequent, virtuos, sexy an der Schnittstelle zwischen musikalischer Avantgarde und Pop, zwischen analoger und digitaler Performance, zwischen Konzert und Musiktheater und sind zu Gast an den wichtigsten Festivals für Neue Musik Europas, den USA, Russlands und Chinas. Mit der Kammeroper FOUR setzen Sie nach dem Medienwahn (TWO) und dem Sprachenbabylon (THREE) die Schöpfung/das Schöpferische in den Mittelpunkt. Den Widerspruch zwischen Sinnfragen und ihrem täglichen Scheitern greifen UMS 'n JIP in gewohnt ironisch-verspielter Weise auf. Augenzwinkernd durchschreitet FOUR die sieben Schöpfungstage musikalisch und verweist dabei auf Stockhausens "Licht" ebenso wie auf Haydns "Schöpfung" oder Dvoraks Neunte, während sich mikrotonale Kompositionen mit musikalischen Mobiles und Electrobeats abwechseln, so dass man aufgrund der harten Schnitte in der Grauzone von "ora et labora" und "Eros et Bolero" hängen bleibt... Spartanisch, intelligent, fantasievoll!

FOUR - The Creation

Dramaturgie

FOUR ist die vierte Kammeroper des Ensembles UMS 'n JIP. Geschrieben, komponiert und gespielt wird das Stück von UMS 'n JIP, Regie führt Wolfgang Beuschel, Bühne und Licht baut der Künstler Simon Wunderlich.

Wir bauen eine neue Welt.

FOUR hat das Schöpferische/die Schöpfung zum Thema: Der Mensch als schöpferisches Wesen angesichts einer ihm in den letzten Fragen unerschlossen bleibenden Welt. Wie ein blinder Maulwurf mutet er zuweilen an, wenn er zwischen Selbstherrlichkeit und Ungeschicklichkeit durch die Welt tapst: Grosse Fragen und kleiner Alltag. Wir müssen unsere Welt immer wieder neu erfinden, bauen, erkunden, verstehen. Schopenhauers "Welt als Wille und Vorstellung" kriegt hier ein lapidar-alltägliches Gesicht.

Den Widerspruch zwischen Sinnfragen und ihrem täglichen Scheitern greifen UMS 'n JIP in gewohnt ironisch-verspielter Weise auf.

In freier Anlehnung wird die christliche Schöpfungsgeschichte nachgezeichnet: in 7 Tagen erschuf Gott die Welt. Analog dazu durchschreitet FOUR die 7 Wochentage musikalisch und beschäftigt sich an jedem Tag mit dem jeweils zum Tage gehörigen Schöpfungsthema: Wie trennt ein Paar Himmel und Erde? Wurden die Fische von einer Frau erschaffen? Das Schmunzeln ist hier Programm.

Augenzwinkernd verweist FOUR musikalisch dabei auf Karlheinz Stockhausens Monumentalwerk "Licht" ebenso wie auf Haydns "Schöpfung" oder Dvoraks Neunte, während sich mikrotonale Kompositionen mit musikalischen Mobiles und Electrobeats abwechseln, so dass man aufgrund der harten Schnitte ohne Weiteres "ora et labora" mit "Eros et Bolero" verwechselt...

Liebevoll und mit der UMS 'n JIP eigenen Leichtigkeit spiegelt das Stück die menschliche Unzulänglichkeit im Bemühen um das Verstehen der Welt und stupst uns spielerisch an, wieder die Frage zu stellen, wie wir uns die Welt vorstellen mögen oder wie wir uns dieselben Fragen das letzte Mal gestellt haben.

Musik

Die Musik ist formal in 7 Teile (7 Wochentage) zu je ca. 10 Minuten gegliedert. Rondoartig werden diese Teile durch Intermezzi verbunden.
Besetzung: Stimme, Blockflöten, Violine, Elektronik, Schauspiel

Der Musikstil bedient zum einen klassische Neue Musik mit Schwerpunkt Mikrotonalität, erweiterte Tonsysteme, zum anderen bedient er experimentellen Electropop und installative Momente.

Bühne

Simon Wunderlich führt seinen Arbeitsansatz von THREE fort und arbeitet weiter mit Stellwänden, die mit verschiedenen Materialien bespannt sind, so dass sie gleichzeitig als Projektionsfläche, Spiegel, Trennwand, Durchgang oder Instrument dienen können. Die gespielten Instrumente erhalten einen fixen Spielort und werden nicht bewegt. Durch verschiedene Licht- und Stellwandanordnungen werden 7 Räume für jeden "Tag" definiert.

Regie

Wolfgang Beuschel inszeniert zu den jeweiligen Schöpfungsakten und -Tagen 7 Alltagsminiaturen:

Montag: die Erschaffung des Lichts
Dienstag: Trennung von Himmel und Erde
Mittwoch: Erschaffung der Pflanze / Trennung von Erde und Himmel
Donnerstag: Erschaffung der Sterne
Freitag: Erschaffung der Meerestiere und Vögel
Samstag: Erschaffung der Landtiere und des Menschen
Sonntag: Erfindung der Ruhe

Galerie/Türe/Bar: 19:30 Uhr

Eintritt: Fr. 20.00 / 15.00

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