ONO in Kleinformat
SPEZIAL: Pueblos de la Nostalgia

Eine Collage aus Musik, Sprache und Film

Haben Sie gewusst, dass «Nostalgie» ein ur-schweizerischer Begriff ist?

1688 beschreibt der junge Basler Arzt Johannes Hofer in seiner Doktorarbeit ein eigentümliches Krankheitsbild, das er an Schweizer Söldnern beobachtet hat. Appetitlosigkeit, Lethargie, Fieber: Den kaltblütigen Männern ist so gar nicht mehr nach kämpfen zumute. «Nostalgia» nennt Hofer diesen Zustand und schafft damit einen Begriff, der uns bis heute begleitet.

«Pueblos de la Nostalgia» ist eine Collage aus Musik, Sprache und Film, die diesem Begriff, dieser «Schweizer Krankheit» (wie sie später genannt werden sollte) auf den Grund geht. Das multikulturelle Trio «Oshumaré» spielt Lieder aus Lateinamerika, die trotz ihrer Wärme genau dieses Gefühl der Nostalgie versprühen. «Gracias a la vida», «No soy de aqui, ni soy de allá», «Alfonsina y el mar»... – bekanntes, traditionelles Liedgut wird live auf der Bühne zu neuem Leben erweckt. Und Sie hören das «Guggisberglied», das älteste überlieferte Schweizer Volkslied überhaupt, so, wie Sie es bestimmt noch nie gehört haben.

Ergänzt werden die Lieder durch Audio-Dialoge und Filmprojektionen: Die Kamera fährt über die rostige Oberfläche einer Dampflokomotive, zoomt auf Staubkörner und Lichtpartikel, während uns die Sprecher in jene Zeit entführen, in der die Schweiz ein Land der Auswanderer war und Lateinamerika der Kontinent der grossen Hoffnungen. Was bedeutet Nostalgie? Was bedeutet Heimat? Und wonach sehnen wir uns heute?

Regie / Konzept: Alice Martin, Melanie Pfändler
Text / Dramaturgie: Melanie Pfändler
Produktion: Alice Martin
Musik: Oshumaré – Lamin Seraoui, Gabriel Pancorbo und Alice Martin
Film: Fabricio Bolla
Sprecher: Sylvia Silva und Ueli Zindel

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 25.00 / 25.00

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