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LITERATUR: Barbara Lutz

Auf dem Schafberg bei Signau im Emmental wohnt der Bauer Res Schlatter, ein frömmlerischer wie geiziger Betbruder. Seit er Vater und Schwestern vertrieben hat, haust er allein. Im Februar 1860 erkundigt sich ein entfernter Verwandter bei ihm, ob ein Logis zu vergeben wäre. Es ist der Wyssler Jakob, ein arbeitsloser Schuhmacher und Taglöhner mit Frau und drei Kindern…

Das Zusammenleben in der strengen und kargen Welt des bäuerlichen Emmentals entwickelt sich zur Katastrophe. Weltverachtender Glauben, Selbstgerechtigkeit und Sprachlosigkeit sind die Bestandteile einer Geschichte, die auf historischen Gerichtsakten basiert und mit Hinrichtungen endet.

Barbara Lutz liest aus ihrem Roman «Keinen Seufzer wert», der mit dem Literaturpreis des Kantons Bern ausgezeichnet wurde. Sie wird begleitet vom Ensemble Otium: Der lateinische Begriff Otium im Sinne schöpferischer Musse, eine Zeit der Windstille. Für die musikalische Gestaltung dieser Lesung bewegen die Musikerinnen sich zwischen der Barockmusik und altem Volksmusikgut.

Barbara Lutz, 1959 in Dornbirn geboren, studierte Ethnologie in Wien und Bern. Sie arbeitete und forschte auf verschiedenen Kontinenten, in der Entwicklungszusammenarbeit und im Migrationsbereich. Heute lebt Barbara Lutz bei Bern.

Das Ensemble Otium besteht aus Sabine Stoffer (Violine) und Vera Schnider (Harfe). Beide Musikerinnen sind auf Historische Aufführungspraxis spezialisiert und konzertieren intensiv im In-und Ausland.

Sabine Stoffer ist als Barockgeigerin und Konzertmeisterin in verschiedenen Ensembles und Kammermusikgruppen engagiert. Vera Schnider ist mit historischen und modernen Harfen freischaffend tätig, unter anderem ist sie aktives Mitglied des ensemble proton bern für zeitgenössische Musik.

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 20.00 / 15.00

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