ONOStage
LITERATUR: Lesesessel

Dominic Oppliger (*1983 in Schlieren), Autor und Musiker, lebt in Zürich. Ab 2005 Schlagzeuger in verschiedenen Formationen. Mehrere Veröffentlichungen unter dem Namen Doomenfels (u.a. die Mundart-LPs Epilog, 2013 und Moniker, 2014). Daneben Arbeit in Bars, im Sozialbereich, bei der Kehrrichtentsorgung und zuletzt sieben Jahre als Gärtner. 2014-2017 Studium im Master Transdisziplinarität an der Zürcher Hochschule der Künste. Im April 2018 erschien die Mundart-Novelle acht schtumpfo züri empfernt in der edition spoken script des Verlags Der gesunde Menschenversand. Infos unter dominicoppliger.ch

Ruedi Heinzer liest aus seinem Buch "Sonntagsjass": Wer zur Predigt geht und Jassen im Kopf hat, liegt in der Regel daneben. Ausser beim neuen Buch «Sonntagsjass» des Theologen Ruedi Heinzer. Er untersucht erstmals den Jass theologisch. Der pensionierte Pfarrer, Feld- und Radioprediger Heinzer (Spiez) macht ein Experiment: Er beobachtet, was passiert, wenn man das Schweizer Kartenspiel mit Theologie und Philosophie zusammenbringt. Als er vor acht Jahren zum Thema «Gott und das Spiel» recherchierte, faszinierte ihn das Motiv «Spiel». Sein Buch «Sonntagsjass» liest sich leicht. Heinzers Sprache verzichtet erfrischend auf den üblichen Kirchenjargon. Der Inhalt hält Überraschendes bereit und gibt zu denken. Dass einer eigentlich nicht jassen könne, der nur glauben wolle, was er sehe, hat man sich wohl noch nicht bewusst gemacht. Dass die vier Jassfarben griffig zusammenfassen, was gelebtes Christsein ausmacht, kommt originell und vergnüglich herüber. Warum Jassen gerechter sei als unser aktuelles Gesellschaftssystem, wirkt wie ein Augenöffner. Im «Sonntagsjass» zeigt sich übrigens, dass Theologie, sogar wenn sie sich mit Jassen befasst, ab und an in der Politik landet. Man sei gewarnt: Heinzer neigt nach links und beruft sich dabei auf das Evangelium. Er findet die Spielregeln des ungezügelten Kapitalismus ein «kreuzdummes Arrangement».

Johanna Lier: Infos unter pillowbook.ch

Annalisa Hartmann & Désirée Scheidegger stellen ihr neues Werk 'Zwischen den Zweigen' vor.  In diesem folgen sie zwei Stimmen auf ihren Wegen zu neuen Bekanntschaften, Freundschaften, Begegnungen mit fremden Menschen, Gedanken und Kulturen. Es sind aber auch Wege ins eigene Innere, zu den eigenen Ängsten, Verlorenheiten, Wünschen, Hoffnungen, Träumen, Überzeugungen. Die Reise führt ins Asylzentrum, auf die Alp, durch die Stadt und vor allem auf andere Menschen zu. Die beiden Dichterinnen arbeiten dabei wechselweise erzählerisch und lyrisch und immer auch mit dem Blick für die Berührungspunkte und Spielräume zwischen ihren zwei Schreibwelten, die teils realistisch, aber auch traumartig surreal entfaltet werden. Infos unter annalisa-hartmann.ch und desireescheidegger.ch

Musik - Margrit Egger, Cali Flores und Sergio Valdeos: Margrit Egger *1981 in Wattwil (SG), singt Geschichten und zeichnet Lieder irgendwo zwischen der Schweiz und Peru. In ihrem Bühnenprogramm «Cobratram» verwebt sie ihre Lieder, Zeichnungen und Geschichten zu einer Ton-Bild-Collage. Ein Teil daraus ist 2019 als gleichnamiges CD-Bilder-Buch erschienen. Auf der Bühne wird Margrit begleitet vom «Kenyara Dúo», einer Musikformation bestehend aus den beiden peruanischen in der Schweiz lebenden Musikern Cali Flores (Perkussion, Charango) und Sergio Valdeos (Gitarre). Infos unter margritegger.ch, www.califlores.ch/kenyara und vimeo.com


DER LESESESSEL

Schreibende aller Art lesen ihre Texte aus dem Sessel.

Eine Bühne, ein Sessel, eine Leselampe, ein Tisch, ein Glas Wasser - und eine Person, die ihre schriftstellerischen Erzeugnisse vor einem interessierten Publikum zum Besten gibt.

Wir öffnen die ONO-Bühne einmal im Monat sowohl für etabliertere SchriftstellerInnen wie auch sogenannte 'Schubladenautoren' und wollen in einer entsprechenden Atmosphäre zum gegenseitigen Austausch anregen.

Moderation: Simon Leu (SRF)

Organisation und Programmation: Daniel Kölliker, künstlerischer Leiter ONO

Fragen an: info@onobern.ch

LITERARISCHE AUSZEICHNUNG DES KANTONS BERN 2012

Seit 2008 dient unsere Literatur-Plattform «Lesesessel», die 2012 vom Kanton Bern ausgezeichnet wurde, SchriftstellerInnen als Bühne, auf der neue, zuweilen experimentelle Texte aller möglichen Gattungen einem interessierten Publikum präsentiert werden können. Nach den Lesungen entstehen angeregte und weiterführende Diskussionen zwischen den Schreibenden und der Zuhörerschaft. Als Treffpunkt für unbekannte wie namhafte AutorInnen (egal ob bereits verlegt oder noch verlegen) hat sich das innovative Format einen wichtigen Platz im Netzwerk des Berner Literaturbetriebes erobert.

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 20.00 / 10.00