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LITERATUR: Europa als Ort der Freiheit

Die politische Rolle des Individuums in Zeiten des Nationalismus

Der Philosoph Marco Meier spricht mit der Autorin Gret Haller über ihr neues Buch.

Gret Haller (*1947) war zunächst selbständige Anwältin, danach Mitglied der Berner Stadtregierung. Sie gehörte dem Nationalrat an und war 1993/94 dessen Präsidentin. Der Wechsel in die Diplomatie führte sie als Botschafterin der Schweiz beim Europarat zunächst nach Strassburg, dann von 1996 bis 2000 nach Sarajevo. 2006 bis 2011 arbeitete sie als Gastwissenschaftlerin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Heute ist sie als Publizistin tätig. 2004 wurde ihr durch die Universität St. Gallen das Ehrendoktorat verliehen.

Zu ihrem neuen Buch "Europa als Ort der Freiheit"

Europa ist heute ähnlich herausgefordert wie am Ende des 18. Jahrhunderts, als der demokratische Nationalstaat erfunden wurde und mit ihm der politisch individualisierte Staatsbürger. Heute erfindet die EU eine neue Form von Staatlichkeit und mit ihr den Europabürger. Auch wenn nationalistische Bewegungen dem Europabürger die politische Individualisierung verbieten möchten, indem sie ihn auf Herkunft und kollektive Identität festlegen wollen, können sie nicht verhindern, dass Freiheit zunehmend auch durch die EU garantiert wird.

So entwickelt sich Europabürgerschaft auch in Nichtmitgliedstaaten der EU. Die Texte der beiden Schweizer Autoren Denis de Rougemont (1965) und Alfred Kölz (2002) zeigen Verbindungslinien des individualistisch ausgerichteten schweizerischen Staatsverständnisses mit der politischen Kultur auf, die sich heute in der EU entwickelt.

Link zur Buchrezension

Eintritt frei

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

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