buecher
LITERATUR: Lesesessel

Vito Giovanni Russo, *1975 in Bern, seine Eltern sind aus Süditalien. Er ist bilingue Italienisch-Schwyzerdütsch, schreibt Gedichte meistens auf Italienisch und übersetzt sie selbst auf Deutsch. Manchmal sind es auch Codemixing Gedichte. Im Buch- und Internethandel ist die zweisprachige Gedichtsammlung „Keine Werbung, prego!“ erhältlich. Ausserdem veröffentlicht der Autor zum Gratisdownload die Gedichtsammlung „ABC“ und die Erzählungen in Deutsch „Secondo und George“ und „Die Jahreszeiten“ auf www.giovito.ch. Zur Zeit arbeitet er an einem zweisprachigen Buch ITA-D mit Carlo Simonelli: Erzählungen und Gedichte. Vito Giovanni Russo liest aus der langatmigen Gedichtsammlung „Sette-Sieben“, die noch lange nicht fertig ist, und eine Erzählung aus den „Jahreszeiten“.

Amitav Grasberg liest aus dem ersten Teil seiner zweiteligen Story "Schwarz das Band des Flusses", die in der Indischen Hafenmegapole Bombay und in einer europäischen Kleinstadt angesiedelt ist. Der Ich-Erzähler Daniyal erlebt eine anhaltende Odyssee zwischen fremden Welten. Der erste Teil ist eine Grossstadt-Sinfonie. Auftauchende Figuren sind ein Parsischer Thoraxchirurg, eine muslimische Baumwollmagnatin, eine junge Journalistin im Dienst eines mächtigen Konzerns, ein indisch-chinesischer Bollywood-Mafioso, ein verrückter Ingenieur, alte Jazzmusiker aber auch ein Rabe der Träume lesen kann. Eine prall düstere Kamerafahrt durch die Welten der Liebe, Vergänglichkeit, Trance, des Verlusts und Todes. Daniyal: "Ich fühlte mich wie ein Kiesel im Geschiebe eines breiten Flusses. Wenn ich stürbe, verdorrte nur ein Zweiglein an einem mächtigen Baum, der voll im Saft stand. Wir waren unsterblich und Teil eines grossen Tieres, das immer weiterkroch übers Antlitz dieser Erde." "Schwarz das Band des Flusses" ist Grasbergs erste lange Prosaarbeit. Der Poet hat Musik studiert, seine Sprache ist vom Jazz inspiriert.


DER LESESESSEL

Schreibende aller Art lesen ihre Texte aus dem Sessel.

Eine Bühne, ein Sessel, eine Leselampe, ein Tisch, ein Glas Wasser - und eine Person, die ihre schriftstellerischen Erzeugnisse vor einem interessierten Publikum zum Besten gibt.

Wir öffnen die ONO-Bühne einmal im Monat sowohl für etabliertere SchriftstellerInnen wie auch sogenannte 'Schubladenautoren' und wollen in einer entsprechenden Atmosphäre zum gegenseitigen Austausch anregen.

Moderation: Conny Brügger

Organisation und Programmation: Daniel Kölliker, künstlerischer Leiter ONO

Fragen an: info@onobern.ch

LITERARISCHE AUSZEICHNUNG DES KANTONS BERN 2012

Seit 2008 dient unsere Literatur-Plattform «Lesesessel», die 2012 vom Kanton Bern ausgezeichnet wurde,  SchriftstellerInnen als Bühne, auf der neue, zuweilen experimentelle Texte aller möglichen Gattungen einem interessierten Publikum präsentiert werden können. Nach den Lesungen entstehen angeregte und weiterführende Diskussionen zwischen den Schreibenden und der Zuhörerschaft. Als Treffpunkt für unbekannte wie namhafte AutorInnen (egal ob bereits verlegt oder noch verlegen) hat sich das innovative Format einen wichtigen Platz im Netzwerk des Berner Literaturbetriebes erobert.

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 20.00 / 10.00