buecher
LITERATUR: worthülsen luftlettern dreck

1. Set: Leseperformance «worthülsen luftlettern dreck» mit  Anja Nora Schulthess (text, voc) und Vincent Glanzmann (drums)

In der Leseperformance zu «worthülsen luftlettern dreck» steht der Dialog zwischen Text, Körpern, Raum und Sound im Vordergrund.

Der in den Texten angelegte Rhythmus wird performativ durch Stimme und Schlagzeug sowohl verstärkt wie gestört; der Syntaxzerfall der Texte durch Überlagerung verschiedener Stimmen und Klänge ins Extrem getrieben.

Die Performance ist ein Versuch, dem in den Texten thematisierten Körperlichen, Realen, das die Sprache umkreist und stets verfehlt, und der subjektiven Trauer und Verzweiflung um das Scheitern, zum Klingen zu verhelfen.  

Anja Nora Schulthess nimmt die Situation des Kontrollverlusts, der sowohl mit dem Akt des Schreibens wie mit der Publikation eines Buchs unweigerlich einhergeht, als Herausforderung für ein Spiel mit räumlichen Distanzen. Die Performance greift das Ausgestelltsein, die verletzliche Intimität im leeren Raum auf, aber auch die Überwindung zur unvermeidbaren, harrschen Bestimmtheit. Sie spielt mit der traditionellen Bühne-Publikum-Gegenüberstellung und deren Aufhebung.

Die Stimmungen der Texte werden von Soundkünstler Vincent Glanzmann auf Klangebene aufgegriffen und im engen Zusammenspiel mit Anja Nora Schulthess thematisch verarbeitet: verletzliche Intimität wird einer unvermeidbaren harschen Bestimmtheit gegenübergestellt.

2. Set: Konzert mit Linda Vogel (voc, harp, triggers, effects) und Vincent Glanzmann (drums)

Die Zürcher Harfenistin Linda Vogel möchte ihrem Instrument stets etwas Neuartiges abgewinnen. Durch das Miteinbeziehen von Effektgeräten und erweiterten Spieltechniken dehnt sie das Klangspektrum der Harfe aus. Zusammen mit Schlagzeuger Vincent Glanzmann und der Technologie der selbstgebauten Trigger kreiert sie einmalige Sounds und Stimmungen, von prägnanter, treibender Rhythmik geprägt. Die selbstgebauten Spielerweiterungen bearbeiten gemeinsam mit ihr die mittlerweile elektro-akustische Harfe und setzen das antik anmutende Saiteninstrument in einen modernen, ungehörten Kontext. Mit dem Schlagzeug gemeinsam und begleitet von ihrer Stimme malt sie mit ihren Eigenkompositionen ein persönliches Universum, welches fragile, sinnliche Momente, gerappte Poesie, sowie Improvisation nebeneinander akzeptiert.


INFOS AUFTRETENDE

Anja Nora Schulthess, geb. 1988, Grabs (Schweiz)

Die Autorin und Performerin lebt in Zürich und schreibt zunächst für verschiedene Kulturmagazine, Zeitungen und Blogs (u.a. NZZ Campus, Kulturmagazin Saiten, Theoriekritik). Sie ist Mitbegründerin der «RosaRot – Zeitschrift für feministische Anliegen und Geschlechterfragen». Im Dezember 2016 erscheint ihr Lyrikdebüt «worthülsen luftlettern dreck» im Amsel Verlag Zürich. Zusammen mit Vincent Glanzmann performt sie ihre Texte u.a. im Misterioso Jazzclub im Institut und in der Galerie Kulturfolger. Als Regieassistenz war sie ua. im Theater Neumarkt («Die Zürcher Prozesse» von Milo Rau, 2013 und «Wer bist du und warum?» von Ilknur Bahadir, 2015) tätig. 2015 erwirbt sie den Bachelor of Arts in Philosophie und Deutscher Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Zur Zeit schliesst die Mutter einer sechs Monate alten Tochter ihren Master in Kulturanalyse, Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft und Gender Studies ab. Sie ist als Hilfswissenschaftliche Assistentin für das Slavische Seminar der Universität Zürich tätig. Ausserdem arbeitet sie an einem literarischen Projekt über die Zürcher Jugendbewegung der Achtzigerjahre.

Weitere Infos unter www.anjanoraschulthess.ch

Vincent Glanzmann, geb. 1983, Tokyo (Japan)

der in Zürich wohnhafte Schlagzeuger ist als Performer und Komponist in einer Vielzahl Kollaborationen mit Künstlern unterschiedlicher Sparten tätig. Seine verspielte Art, konzeptuell zu arbeiten, macht ihn zu einem aktiven Teil der progressiven Schweizer Improvisations-, Pop- und Jazz-Szene. Vergangene Kompositionsaufträge beinhalten ein Stück für eine „100-jährige Mühle, Gesang & Schlagzeug“ oder aber die Schlagzeug-Solo Komposition zum Tanzstück „Up/Beat“ welches er als Solist zusammen mit dem Luzerner Ballet am Luzerner Theater aufführte. Mit dem New Yorker Drummer Gerry Hemingway führt er ausserdem das Perkussions-Duo “Composition O”. 2012 schloss er den Master of Arts in Music, Performance Jazz an der Hochschule für Musik Luzern ab und ist seither als selbständiger Künstler in der Schweiz und Europa tätig. Ende 2016 war er „Artist in Residence“ im Jazzclub Moods Zürich. Des Weiteren ist er Mitorganisator der Zürcher Konzertreihe Seismogram. In diesem Zusammenhang ist es ihm wichtig, die improvisierenden und progressiven Musiker der Schweiz zu unterstützen und zu präsentieren. Ausserdem ist er seit 2016 Mitglied des Musiker Rates des Jazzclubs Moods.

Weitere Infos: www.facebook.ch

Linda Vogel

Infos unter www.lindavogel.ch

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 25.00 / 15.00