ONOStage
LITERATUR: Lesesessel

Walter Kretz, geboren 1942. Kindheit in Steckborn. Mittelschulen in Bern. Ausbildung zum Steinbildhauer. Als freischaffender Künstler in verschiedenen Materialien und Medien tätig. Zahlreiche, meist grossformatige, plastische Werke im öffentlichen Raum. Träger verschiedener nationaler Auszeichnungen. Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen und Galerien, an Symposien und temporären Werkplätzen. Bis 2007 Dozent an der Hochschule der Künste Bern, HKB. Von 1975 bis 2007 Lehrtätigkeit an der Schule für Gestaltung Bern und Biel, SFGB-B. Walter Kretz liest aus «Maldrang und Sprechreiz» (Neuerscheinung)

Stephan Schmidlin, 1949 in Basel geboren. Ich arbeitete bis zu meiner Pensionierung  als Deutsch- und Englischlehrer an Maturitätsschulen, vor allem in Bern. Publizistische Tätigkeit seit den späten 70er Jahren vor allem in Alternativmedien. Seit 1998 befasse ich mich auch mit Forschungsarbeiten in der Allgemeindidaktik zur so genannten Lehrkunst nach dem Physiker und Reformpädagogen Martin Wagenschein, vor allem in der Entwicklung so genannter Lehrstücke. Ein Essay dazu erscheint im November in der Buchausgabe zum 11. „Bund“-Essay-Wettbewerb, der die Schule zum Thema hatte. Weil ich in der Schule die Aufsätze, die ich meinen Klassen aufgab, immer auch mitschrieb, trainierte ich meine essayistische Schreibe. Mit den Essay-Erzählungen, wie ich sie provisorisch nenne, bildete sich zu meinem eigenen Erstaunen eine Form kurzer bis mittellanger Texte heraus, die Bestandteile von beiden Genres aufweist, die ich aber selbst nicht ganz verorten kann – es sei denn, ich verwiese auf den Schweizer Schriftsteller Robert Walser und dessen experimentelles Schreiben. Seit drei Jahren sammle ich mein „Lebenswerk“, nebst diesen Essay-Erzählungen auch andere Texte sowie Fotos und Musik, und mache es auf meiner persönlichen Webseite kuhn-schmidlin.ch zugänglich.

Hubert Michelis, aus dem Rheinland stammend, geb. 1958, war in jungen Jahren katholischer Priester und Mönch. Ging 1985 als Missionar über Indien (Mitarbeit bei Mutter Theresa) nach China und traf in Taiwan (1987) seine spätere Frau. Dieser Weg war damit zu Ende. Umorientierung und Neubeginn, zuletzt mehr als 20 Jahre als Bankangestellter in Frankfurt/Main. Seit einigen Jahren widmet er sich ganz dem Schreiben, meist Romane, Novellen und Kurzgeschichten. Hubert Michelis liest im ONO eine Passage aus seinem zuletzt erschienenen Roman "Buddhas heiteres Lächeln", ein streckenweise autobiographischer Roman, in dem der Protagonist Leo, ein Priester, sich in eine junge Frau verliebt und nach langem inneren Ringen beschließt, sein Kloster zu verlassen. Doch es kommt ganz anders und Leo verliert alles, wofür er bisher gelebt hat. Er landet schliesslich als Obdachloser unter einer Brücke. Doch es geht noch weiter bergab mit ihm. Der einstige Mönch wird zum Kriminellen, kommt ins Gefängnis und irrt, ständig auf der Suche nach sich selbst, ziellos durch die Welt. Erst in Indien, wo er einem alten Weisen begegnet, dessen Blick ihn in seinen Bann zieht, scheint Leos bisherige Welt aus den Angeln gehoben zu werden ... Ob er hier endlich zu sich selbst findet ...?

Désirée Scheidegger, geb. 1989 in Bern, hat bereits als Matura-Arbeit ein erstes grösseres literarisches Schreibprojekt realisiert: Nach Rumpelstilzchen beim Psychiater (2007), wendete sich die Jungautorin dem Schreiben von Kurzgeschichten zu, mit denen sie zahlreiche Schreibwettbewerbe gewann, u.a. literaare 2015 und Text des Monats Mai 2016, Literaturhaus Zürich. Désirée Scheideggers erstes Buch Aaregeflüster ist im April 2017 im Knapp-Verlag erschienen. Es handelt sich hierbei um einen Blumenstrauss an verträumten, skurrilen, beinahe realen und surrealen Szenen aus dem Leben in der Hauptstadt. Zurzeit arbeitet Désirée Scheidegger an einem literarischen Gemeinschaftsprojekt mit ihrer Zwillingsschwester Annalisa Hartmann. Infos unter desireescheidegger.ch

Musik von Daniel Woodtli, Jazzer und Bandmitglied von Patent Ochsner


DER LESESESSEL

Schreibende aller Art lesen ihre Texte aus dem Sessel.

Eine Bühne, ein Sessel, eine Leselampe, ein Tisch, ein Glas Wasser - und eine Person, die ihre schriftstellerischen Erzeugnisse vor einem interessierten Publikum zum Besten gibt.

Wir öffnen die ONO-Bühne einmal im Monat sowohl für etabliertere SchriftstellerInnen wie auch sogenannte 'Schubladenautoren' und wollen in einer entsprechenden Atmosphäre zum gegenseitigen Austausch anregen.

Moderation: Conny Brügger

Organisation und Programmation: Daniel Kölliker, künstlerischer Leiter ONO

Fragen an: info@onobern.ch

LITERARISCHE AUSZEICHNUNG DES KANTONS BERN 2012

Seit 2008 dient unsere Literatur-Plattform «Lesesessel», die 2012 vom Kanton Bern ausgezeichnet wurde,  SchriftstellerInnen als Bühne, auf der neue, zuweilen experimentelle Texte aller möglichen Gattungen einem interessierten Publikum präsentiert werden können. Nach den Lesungen entstehen angeregte und weiterführende Diskussionen zwischen den Schreibenden und der Zuhörerschaft. Als Treffpunkt für unbekannte wie namhafte AutorInnen (egal ob bereits verlegt oder noch verlegen) hat sich das innovative Format einen wichtigen Platz im Netzwerk des Berner Literaturbetriebes erobert.

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 20.00 / 10.00