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LITERATUR: Humberto Ak'abal (Dichter aus Guatemala) - Geistertanz

Schatten
Schatten:
kleine Nacht
am Fuß eines Baumes.

Raqrobinaq tzij

We raqrobinaq ri tzij
man k’o ta chi kabixik.

We kak’ojoxik xa kaban k’ex chire.
Ri sokotajinaq kuyakan jun retal.

Jun raqrobinaqa tzij
su raqrobinaqa tzij ri’.

Löchriges Wort

Löchrig das Wort
nichts, was sich noch sagen ließe.

Es stopfen hieße, es bluten lassen.
Eine Narbe ist die Spur einer Wunde.

Ein löchriges Wort
ist ein löchriges Wort.

Den Dichter Ak’abal aus Guatemala und den Schriftsteller Erich Hackl aus Österreich verbindet eine lange Freundschaft, aus der drei Gedichtbände auf Deutsch entstanden sind. Den eben im Waldgut Verlag erschienenen Band „Geistertanz“ stellen die beiden gemeinsam vor – „eine Erzählung in Versen“, wie Hackl sagt, fortlaufend und immer neu ansetzend.

Humberto Ak'abal ist 1952 in Momostenango geboren. Er war Hirte, Wanderverkäufer und Hilfsarbeiter. Nach Jahren der Ächtung – als Indio, als Armer und weil er seine Gedichte auf Maya-K’iche’ verfasst – gilt er heute als einer der bedeutendsten Schriftsteller des indigenen Amerika. Seine Gedichte, die durch Klarheit, Knappheit und Magie faszinieren, werden in viele Sprachen übersetzt.

Der Schriftsteller und Übersetzer Erich Hackl lebt in Wien. Zu seinen Werken der dokumentarischen Literatur gehören unter anderen „Auroras Anlass“ (1987); „Abschied von Sidonie“ (1989); „Dieses Buch gehört meiner Mutter“ (2013); 2014 erschien „Drei tränenlose Geschichten“. Hackl setzt sich, nicht zuletzt durch Übersetzungen, intensiv mit der Literatur Lateinamerikas auseinander.

Lesung Spanisch – Deutsch

Eine Veranstaltung von artlink und ONO Bühne, in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung LibRomania

Galerie/Türe/Bar: 19:00 Uhr

Eintritt: Fr. 15.00 / 10.00

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