ONOPriska

ONO ist auch ein Ort der Bildenden Kunst. Auf knapp 30 Quadratmetern haben lokale wie internationale Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit, Gegenwartskunst in den Bereichen der Grafik, Malerei, Zeichnung, Fotografie oder Film (Installation) auszustellen. Durch den Kultur- und Barbetrieb in den selben Räumlichkeiten,machen wir die Werke einem Publikum zugänglich, das nicht zwingend eine Galerie besuchen würde. Ausserdem gelingt es ONO auf diesem Weg, die Gegenwartskunst dem Theater, der Musik, dem Tanz, der Literatur und dem Film gegenüber zu stellen.

Öffnungszeiten: Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn und nach telefonischer Vereinbarung:  031 312 73 10

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Ausstellung von Pedä Siegrist


Malerei


Informationen unter www.pedae.com


Ausstellungsdauer: 2. April bis 30. Juni 2020








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Die kleinste Marcel Duchamp Ausstellung der Welt


Der kapriziöse Star der Avantgarde schuf ein Werk, das sich den Strategien des Kunstmarkts und dem gängigen Kunstbegriff entzog, das zum Denken und nicht zum Bestaunen anregen sollte.


Der ONO-Leiter, Daniel Kölliker, kuratiert spielerisch einige Werke und Interpretationen von Duchamp vom 1. Februar bis am 31. März 2020.


Bringt Euer eigenes Readymade mit ins ONO !


Mit dabei ist zum Beispiel Flurina Hack. Sie beschreibt ihre Readymades so: "Das Sammeln unterschiedlicher Alltagsmaterialien und Gebrauchsgegenständen steht im Zentrum meiner künstlerischen Praxis. Das Ausgangsmaterial wird solange bearbeitet, ergänzt und umfunktioniert bis die ursprüngliche Form und Funktion in den Hintergrund tritt. Anstelle einer eindeutigen Zuschreibung tritt Mehrdeutigkeit und spielerische Ambivalenz. Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Medien und Techniken erlaubt einen experimentellen Zugang zur Kunst." Infos unter www.flurinahack.ch


Zu Marcel Duchamp

"Wohin man auch blickt – Marcel Duchamp, der geistige Übervater der Konzeptkunst, schwebt über den Dingen. Auf der Herrentoilette zum Beispiel, denn wer denkt beim Anblick eines Pissoirs nicht gleich an Duchamps Readymade «Fountain», jene Urinoir-Schüssel, die er 1917 der Kunstwelt auf einem Sockel präsentierte? Gut, vielleicht passiert das nur einer Frau, die sich in der Tür geirrt hat, Männern kommt wohl zuerst etwas Pragmatischeres in den Sinn. Viel wirkmächtiger als über den profanen Gegenständen des Alltags lastet Duchamps Schatten natürlich auf der Kunstwelt – und lässt die einen vor Ehrfurcht erstarren, die anderen nur Bahnhof verstehen, und die Übrigen in Zitatenhuberei explodieren oder im Feuer der Sinnsuche verglühen.


Marcel Duchamp, geboren 1887, hatte sein Werk zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast schon vollendet – seine heute nur noch als Repliken vorhandenen Readymades etwa entstanden alle zwischen 1913 und 1919. Denn als auf den Leinwänden mit dem Abstrakten Expressionismus und dem Action Painting die grossen Materialschlachten tobten, widmete sich Duchamp längst lieber dem Schachspiel. Ihm waren der «Farbphysikalismus» und die «in den Terpentingeruch verliebten Maler» zuwider, schon die Impressionisten waren ihm unerträglich. Er überlegte sich vielmehr, wie man «Werke, die keine Kunst sind» schaffen könnte, die zumindest nicht im Sinne des ihm suspekten bourgeoisen Kunstverständnisses als rein materielle Objekte der kontemplativen Betrachtung dienten.


Dazu schuf er ein Werk, das sich den Strategien des Kunstmarkts und dem gängigen Kunstbegriff entzog, das zum Denken und nicht zum Bestaunen anregen sollte. Offenbar wirkte so etwas eine Weile lang ziemlich unmodern, denn fast ging er, der kapriziöse Star der Avantgarde, ein wenig vergessen – fast, denn natürlich war sein Ruf als Enfant terrible schon so gefestigt, dass ein etwas erdigerer Konzeptkünstler wie Joseph Beuys später bemerken konnte, sogar Marcel Duchamps Schweigen würde überbewertet. Damals ahnte ja auch noch niemand, dass er die ganze Zeit an seinem erst postum bekannt gewordenen Spätwerk «Étant donnés» feilte.


Werk ein Perpetuum mobile der Interpretationsgenese zu machen.


Was ist ein Readymade?


Ja, was ist ein Readymade? Jedenfalls nicht bloss, wie verkürzt immer zu hören ist, ein in den Kunstraum transferierter Alltagsgegenstand. Dass Duchamp ein viel raffinierteres Spiel trieb und es sich um eine doch etwas komplexere Angelegenheit handelt, davon kann man sich vor dem «Fahrrad-Rad» oder dem «Flaschentrockner» gleich einmal selbst überzeugen. Duchamp war auch am Schatten interessiert, oder an der Bewegung wie beim «Fahrrad-Rad», und erklärte, er suche seine Readymades nach bestimmten Regeln, besser gesagt, gar nicht aus.


Wie bei einem kleinen Rendez-vous sollte das sein, bei dem nicht er die Readymades, sondern sie ihn auswählten – ästhetisch hätten sie ihn dabei möglichst nicht zu interessieren. Vorsichtshalber ist auch da den Aussagen Marcel Duchamps nur bedingt zu trauen – alles könnte auch immer etwas anderes sein, wie beim «Reziproken Readymade» etwa, bei dem ein Rembrandt zum Bügelbrett werden könnte. Eine Idee, die Duchamp dann aber doch nicht ausgeführt hat."


Gabrielle Boller, NZZ 24.01.2019


März 2020

Dernière der kleinsten Marcel Duchamp Ausstellung der Welt
Barbetrieb und Zelebration der Readymades von Duchamp und Flurina Hack

April 2020

Vernissage der Ausstellung von Pedä Siegrist
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