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KLASSIK: "Aus der Zeit gefallen"

Mit einem dichten Programm mit klassischer, neuer und experimenteller Musik widmet sich das Musikfestival Bern 2018 dem Thema «unzeitig». In seinem Rahmen lädt das Ensemble Paul Klee zu drei mittäglichen Konzerten, in welchen jeweils ein Schweizer Komponist vorgestellt wird, der – quasi aus der Zeit gefallen – vergessen wurde und entsprechend wieder zu entdecken ist.

Zu hören sind drei exemplarische Werke aus den Œuvres dieser Komponisten, die es verdienen, erneut diskutiert zu werden. Mit den «12 variétudes» stellte sich Wladimir Vogel – ein halbes Jahrhundert nach Schönbergs ersten Zwölftonstudien – unzeitig verspätet an die Seite des grossen Komponisten. Sein intelligent und abwechslungsreich komponiertes Stück ist ebenso virtuos wie klanglich überraschend.

Albert Moeschingers «Aforismi» sind im musikgeschichtlichen Kontext der 1970er Jahre durchaus eine unzeitige Komposition: keine avantgardistische Musik, sondern eine humorvolle, miniaturen- und skizzenhafte Reihe kurzer musikalischer Bilder und Episoden.

Joseph Lauber, Studienkollege von Debussy in Paris und von Strauss in München, stand in seinen frühen Jahren durchaus auf der Höhe seiner Zeit. Als Grenzgänger zwischen französischem Impressionismus und deutscher Spätromantik gab er seinen Werken eine typisch schweizerische Prägung. Seine Musiksprache entwickelte sich nie in Richtung Moderne, wurde dadurch immer unzeitiger und geriet schliesslich in Vergessenheit.

Wiebke Pöpel hat das Ensemble Paul Klee bei der Probenarbeit gefilmt. Doris Lanz als profunde Kennerin der Schweizer Musik moderiert die Konzerte und die anschliessende Diskussion.

PROGRAMM

Donnerstag 6. September: Wladimir Vogel (1896–1984): «12 variétudes» für Violine, Flöte, Klarinette und Violoncello (1957)

Freitag 7.September: Albert Moeschinger (1897–1985): «Aforismi» für Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier (1957)

Samstag 8.September: Joseph Lauber (1864–1952): «Fantasia» Quintett für Flöte, Violine, Viola, Violoncello und Harfe

Dauer: jeweils 45 Minuten

Im Anschluss sind Sandwiches und Getränke an der ONO-Bar erhältlich.

BESETZUNG

Ensemble Paul Klee: Philippe Talec, Violine; Kaspar Zehnder, Flöte; Fabio di Càsola, Klarinette; Andrea Bisegna, Viola; Matthias Schranz, Violoncello; Ivan Nestic, Kontrabass; Joël von Lerber, Harfe; Daniel Brylewski, Klavier

Wiebke Pöpel, Film

Doris Lanz, Moderation

Alle Infos zum Musikfestival unter www.musikfestivalbern.ch

Eintrittspreis

Normal: 30.- / Minimal: 19.- / Maximal: 43.- / Die Gäste können selber entscheiden.

Mit Kulturlegi, Jugendkulturpass, Jugendliche bis 18, Lehrlinge + Studenten: 15.-

Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt

Galerie/Türe/Bar: 11:15 Uhr